Ergebnisinterpretation

ROTEM® delta

Die Beurteilung der ROTEM® delta-Analyse wird entlang der Zeitachse (von links nach rechts) durchgeführt: Eine gestörte Gerinnungsaktivierung wird durch eine verlängerte Gerinnungszeit angezeigt. Gründe dafür können Faktorenmangel oder ein Heparineffekt sein. Der Heparineffekt kann durch einen Vergleich von INTEM und HEPTEM spezifisch nachgewiesen werden.Eine abnormale Gerinnselbildung wird durch eine verlängerte Gerinnselbildungszeit (CFT) und/oder eine verringerte Gerinnselfestigkeit (MCF) dargestellt. Eine verlängerte CFT (oder ein verminderter alpha Winkel) ist ein Maß für eine verminderte Geschwindigkeit der Gerinnselbildung. Eine verkürzte CFT (ein steilerer alpha Winkel) ist ein Maß für eine erhöhte Geschwindigkeit der Gerinnselbildung. Eine verringerte Amplitude (z.B. MCF) weist auf einen Mangel des gerinnungsfähigen Substrats (Fibrinogen und/oder Plättchen) hin. Eine über den Normalbereich erhöhte Amplitude wird durch einen erhöhten Fibrinogenspiegel oder hohe Plättchenzahl (Hyperkoagulabilität) verursacht.

Fibrinolysen werden durch die Lysis des Gerinnsels (ML > 15 %) oder bei einer besseren Gerinnselbildung (kürzere CFT, größere MCF) in APTEM verglichen mit EXTEM festgestellt. Bei schweren Blutungen wird bereits in vielen Einrichtungen eine verkürzte CT in APTEM im Vergleich zu EXTEM als Auslöser für eine Therapie mit Antifibrinolytika verwendet.

ROTEM® platelet

Die Beurteilung der ROTEM® platelet-Analyse wird entlang der Zeitachse (von links nach rechts) durchgeführt: Eine gestörte Thrombozytenaggregation wird durch eine verminderte Amplitude angezeigt (Kurve). Gründe dafür können die Einnahme von Thrombozyten hemmenden Medikamenten  oder Thrombozytenfunktionsstörung aufgrund von z.B. Geräten für extrakorporale Kreisläufe, chirurgische Eingriffe, u.ä. sein. Folgende Medikamente, die die Thrombozytenaggregation beeinflussen können sind Cyclooxygenase Hemmer (z.B. Patientenbehandlung mit Acetylsalicylsäure), GP IIb/IIIa Rezeptor Blocker (z.B. Patientenbehandlung mit GP IIb/IIIa Antagonisten) oder ADP Rezeptor Blocker (z.B. Patientenbehandlung mit Thienopyridinen oder direkten ADP Rezeptor Antagonisten). Mittels der ROTEM® platelet Differentialanalyse mit den Testen ADPTEM, TRAPTEM und ARATEM kann der Grund für eine verminderte Thrombozytenaggregation ermittelt werden.

Zusammenfassend weist die ROTEM®-Analyse folgende Vorteile auf:

  • Schnelle Informationen von Beginn der Gerinnselbildung bis zu seiner Auflösung
  • Aktivität und Interaktion von Gerinnungsfaktoren (einschl. F XIII)
  • Effekte von Antikoagulantien wie Heparin und Hirudin
  • Fibrinbildung und -stabilisierung
  • Beitrag anderer Arzneimittel (z. B. Plasmaexpander)
  • Thrombozytenfunktion und -Aggregation
  • Das Gleichgewicht zwischen plasmatischer und zellulärer Hämostase
  • (Hyper-)fibrinolyse

Normales Patientenergebnis

Ergebnisinterpretation Normaler Patient

Normales Patientenergebnis

Ergebnisinterpretation-Platelet-Normaler-Patient-500x372

Thrombozytenmangel

Ergebnisinterpretation Plaettchenmangel

Fibrinmangel

Ergebnisinterpretation Fibrinmangel

Hyperfibrinolyse

Ergebnisinterpretation Hyperfibrinolyse

Heparineinfluss

Ergebnisinterpretation Heparineinfluss

ADP Rezeptor Blocker

 
Ergebnisinterpretation-ADP-Rezeptor-Blocker-500x373

Dualtherapie

(z.B. Aspirin® und Clopidogrel)
Ergebnisinterpretation-Dualtherapie-500x373

GP IIb/IIIa Rezeptor Blocker

 
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Cyclooxygenase Hemmung

(z.B. Aspirin®)
Ergebnisinterpretation-Aspirin-500x373